Kann Schule zum zentralen Ort im Quartier werden?

By 7. Mai 2015vision

„Früher waren die Schule, das Rathaus und die Kirche zentrale Orte in einer Stadt“. Dieses spannende Zitat war nur einer der Aspekte bei einem Workshop an der Friedrich-Ludwig-Jahnschule mit Anwohnern, Unternehmern, Eltern und Lehrern. Gemeinsam haben wir analysiert, wie sich eine Schule wie die Jahnschule in einem Viertel aktuell positioniert, sich positionieren könnte und welche Rolle eine Vernetzung mit dem direkten Umfeld dabei spielt.

Schulgebäude in Innenstädten sind meist recht große, zentral gelegene Gebäude, die nach Schulende verlassen und ungenutzt sind. Zudem wir der Schulhof und das angrenzte Schulgelände oft durch Zäune und Mauern „gesichert“. Die Menschen im Viertel nehmen die Schule erst wahr, wenn sie schulpflichtige Kinder haben.

Ist Schule nur Schule?

Im Vorfeld des Workshops wurde bereits darüber diskutiert, das eine Schule ein genereller Ort der Begegnung, des Lernen und der Zukunft sein sollte. Dazu muss die Schule sich mehr öffnen und breitere Angebote schaffen, Menschen und ansässige Einzelhändler müssen auch dann Verantwortung für die Schule übernehmen, wenn keine schulpflichtigen Kinder in der Familie sind.

Ist Schule auch Quartiersmanagement?

Der Workshop hat gezeigt, das es möglich ist. Die Bereitschaft der Schule und der Schulleitung vorausgesetzt (bei der Jahnschule ist das der Fall) kann Schule sich öffnen. Beispielsweise können Räume auch für nicht-schulische Veranstaltungen vermietet werden, ansässige Unternehmen können Sport in der Sporthalle treiben und die Boule-Bahn im Schulhof kann für Bewohner dies Viertels zugänglich gemacht werden. Das Schulgebäude könnte so zu einem lebendigen Teil des Stadtviertels werden und im Quartiersmanagement eine tragende Rolle spielen.

Auf der anderen Seite müssen Bürger und Unternehmen die Schule als Ort der Zukunft und Verständigung wahrnehmen. Öffentliche Gelder werden knapper (was nicht heißt, das man das gut findet muss) und mehr und mehr Leistungen werden über die Gemeinschaft geregelt. Das Eltern die Klassenzimmer streichen scheint nur der Anfang zu sein. Hier muss kreativ gedacht werden, z.B. konnte die Jahnschule über Crowdfunding eine stattliche Summe an Geldern zur Schulhofsanierung sammeln.

Und was muss jetzt passieren?

MySocialCity wird die Jahnschule weiterhin pro-bono unterstützen, um aus den ersten Ideen des Workshops Projekte zu machen und in Arbeitsgruppen anzugehen. Konkrete Gespräche mit ansässigen Senioren-Vereinen könnten zu einer Art Generationen-Projekt führen, ein Straßenfest mit Cafés und Restaurants im Umfeld wird die Identifikation stärken und ein offensiveres, kommunikativeres Auftreten der Schule wird der Jahnschule ein schärferes Profil und mehr Aufmerksamkeit verschaffen. Erst wenn Konzepte und Ideen ausgearbeitet sind macht es Sinn, auf Stadt und Verwaltung zuzugehen und um Unterstützung zu bitten. Bottom-up statt Top-down. Machen statt reden.